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Kundgebung am 7. Oktober in Saarbrücken: Gegen jeden Antisemitismus

DIe Synagogengemeinde Saar und die Saarländische Initiativen gegen Antisemitismus laden zur Kundgebung ein:

Gegen jeden Antisemitismus - Am 7. Oktober und an jedem anderen Tag
Dienstag 7. Oktober 2025
19:00 Uhr
Platz vor der Synagoge Saarbrücken - Lortzingstraße 8

 

Rede von unserem Vorstandsmitglied Gertrud Selzer:

Liebe Freunde und Freundinnen,
liebe Bürger und Bürgerinnen,

Wenn Fußballfans Recht haben
als vor drei Jahren die Fußball WM in Katar stattfand und einige wenige Fußballfans dazu aufriefen, diese WM zu boykottieren, wurden sie oft belächelt und als Träumer hingestellt. Insbesondere von der politischen Linken in Deutschland. Wir haben uns seitens der Aktion 3.Welt Saar am Boykott beteiligt und bewusst während mancher Spiele eigene Veranstaltungen durchgeführt.

Für den Boykott gab es im Wesentlichen zwei Argumente: Zum einen die üblen Arbeitsbedingungen beim Bau der Sportstätten, also die menschenrechtliche Situation. Und zum anderen – und das war für uns relevant - die damals bereits bekannte Finanzierung des Hamas–Terrors durch Katar. Ohne die Millionenbeträge aus Katar für Waffen, Tunnelsysteme, militärische Infrastruktur sowie Kost und Logis für viele Hamas-Kader, wäre ein Großteil des Hamas Terrors nicht möglich.

Bezeichnenderweise gibt es bis heute keinen UN Beschluss, der Katar auffordert, aus der antiisraelischen Terrorfinanzierung auszusteigen.

Wenn ich heute hier als Antifaschistin stehe, dann danke ich all den Fußballfans, die damals so weitsichtig waren und zum Boykott der WM in Katar aufgerufen haben.

Das seltsame Schweigen von Feministinnen zum Hamas Terror
Ich stehe heute hier aber auch als Feministin. Deshalb weiß ich um die Bedeutung des Spruchs „Frausein allein ist kein Programm“. Er stammt von der österreichischen Feministin und Publizistin Ingrid Strobl, die vor zwei Jahren verstarb. Dieser Spruch fällt einem auf die Füße, wenn man sich die Lobhudeleien mancher Feministinnen für die Hamas anschaut.

Wie zynisch muss man als Frau ticken, um keinerlei Empathie zu empfinden für unsere ermordeten jüdischen Schwestern. Das gleiche gilt für unsere iranischen und unsere afghanischen Schwestern.

Wir kennen die von der Hamas produzierten social media Videos, die zeigen, dass es zwei Gruppen von Menschen gab, die am 7.Oktober quasi zweifach und dreifach ermordet wurden:
- arabische Israelis, die als Verräter galten
- und eben jüdische Frauen - weil sie Jüdinnen und weil sie Frauen sind.
Genau das ist das soziale Programm der Hamas und ihrer Claqueure.

Wie degeneriert und zynisch muss eine Frau sein, um das nicht zu erkennen und nicht zu erkennen, dass die Hamas ein patriarchaler, islamistischer Zusammenschluss ist, dem Frauenrechte nicht nur egal, sondern für die Frauen schlicht und einfach NICHTS sind.

Abschied von einer Legende - Es gibt keine zwei Seiten im Nahost-Konflikt.
In der Tat, die Bilder aus dem Gazastreifen erschrecken mich. Jeder Tag, jede Stunde, die der Krieg andauert, ist genau ein Tag und eine Stunde zu viel. So wie es 1944 und 1945 an den Nazis lag zu kapitulieren, damit der Krieg endet, so liegt es heute an der Hamas zu kapitulieren.

Sobald sie die Geiseln frei lässt, ist der Krieg beendet. Stattdessen hält sie die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens in Geiselhaft und instrumentalisiert sie für ihre antisemitischen Vernichtungsphantasien.

Es sind auch mehrere deutsche Geiseln in der Gewalt der Hamas. Davon hört man seitens der Bundesregierung und vieler Medien auffallend wenig. So als ob deutsche Staatsbürger, die jüdisch sind oder auch die israelische Staatsbürgerschaft haben, Staatsbürger zweiter Klasse sind. Das ist der feingliedrige, subtile Antisemitismus im staatlichen deutschen Gewand. Die einzige personelle Ausnahme aus diesem Kartell des Schweigens ist der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert.

Wenn wir uns Gedanken machen über Frieden im Nahen Osten, unterliegen wir oft einem Trugschluss. Wir sind es gewohnt, in einem Konflikt von zwei Seiten auszugehen, die sich nach einem heftigen Streit „irgendwo in der Mitte“ einigen. Und dann gibt es Frieden.

Das Problem hier ist aber. Es gibt keine zwei Seiten. Die Hamas vertritt mit ihrem Ziel, alle Juden zu töten – so hat sie es in ihrer Charta schon 1988 formuliert - keine Position, die Teil einer Verhandlungslösung sein kann. Oder soll man sich etwa in der Mitte einigen und damit die Hälfte der Juden weltweit zum Abschuss freigeben? Sich für Frieden im Nahen Osten einzusetzen, heißt auch die Abkehr von der Legende der zwei Seiten. Man muss sich über eins im Klaren sein: Wenn die Hamas die Waffen abgibt, wird Frieden sein – wenn Israel die Waffen niederlegt, wird Israel nicht mehr sein. 

Frieden wird dann möglich sein, wenn palästinensische Eltern ihre eigenen Kinder mehr lieben, als dass sie Juden und Jüdinnen hassen. So hat es die israelische Linkspolitikerin Golda Meir einmal formuliert.

Wenn konservativ und Antifaschismus keine Schimpfwörter mehr sind
Wer erst dann seine Zuneigung für die Menschenrechte und das Völkerrecht entdeckt, wenn Israel zu den Waffen greift – aber vorher als NGO oder als UN Versammlung fast 20 Jahre lang zum täglichen Raketenterror der Hamas auf Israel geschwiegen hat - der trägt nichts zum Frieden bei.
        
Zentral für Frieden ist für mich die Ablehnung eines jeden Antisemitismus:
- ob es der rechte und konservative Antisemitismus ist
- ob es der muslimische Antisemitismus ist
- oder ob es der linke Antisemitismus ist, der gerne den Umweg über die Israelkritik nutzt.

Dazu gehört auch, dass Konservative hier vor der eigenen Haustür lernen, dass Antifaschismus kein Schimpfwort ist. Und dazu gehört auch, dass Linke lernen, ihre Bubble und ihre politischen Schützengräben zu verlassen und sich jenseits der wohligen Nestwärme mit Gleichgesinnten aus anderen Milieus zusammenzuschließen und gemeinsam für eine Welt ohne Antisemitismus einzutreten.

Eins ist uns doch allen klar: Der Krieg in Gaza wird erst dann zu Ende sein, wenn die Hamas keine militärische Bedrohung für Israel mehr ist.
Und ich hoffe sehr, dass der Krieg bald vorbei ist:
- für den Nahen Osten
- für Israel
- für Gaza

In diesem Sinne:
Glück auf & lang lebe Israel.

Fotos: Aktion 3.Welt Saar

 

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